Griechenlands Tag X – Schuldenkrise und Zukunft des Euros

13. August 2012
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Immer wieder kursieren Pläne für den Tag X in der Presse und im Internet. Griechenlands Austritt aus der Euro-Zone und die Wiedereinführung der Drachme wird offiziell dementiert. Im Hintergrund arbeiten Banken und Politiker am Plan B. Und wer genau zuhört und zuliest, ist schon etwas früher aufgestanden.

Offenes Geheimnis

In einem Artikel der WELT vom 13.08.12 wird geschildert, wie diese Vorbereitungen getroffen werden. Während die Offiziellen immer noch vollmundig von einem einigen Europa und dessen Zukunft künden, laufen im Hintergrund alle Maschinen auf vollen Touren. Für den Fall des Falles wollen alle Betroffenen vorbereitet sein. Betroffen sind Banken, Staaten und natürlich die Bürger, die bürgen. Die Banken „…haben vor zwölf oder 18 Monaten angefangen, sich ernsthaft Gedanken über dieses Szenario zu machen”. So Bernd Richter von Capco in dem Artikel. Hoffentlich, denn mit einem unguten Gefühl erinnert sich der Bürge/r an das 300 Millionen Euro-Geschenk an die schon insolvente Lehman Bank durch die KfW 2008. Während die nächsten Betroffenen – die Staaten – mit aller Macht Geld „in die Hand nahmen“. Und dann in den immer größer werdenden Strudel Griechenland warfen. Mit ernster Miene und theatralischen Gesten lieferten die Politiker für die dritten Betroffenen – die Bürger – ein Schauspiel der Sonderklasse. Denn die müssen bürgen und zahlen. Und das in einem nicht gekannten Ausmaß.

Ein Blick zurück

In öffentlichen Veranstaltungen denken Experten laut nach. Und das schon länger. Vor einem Jahr trafen sich Anleger in Hamburg, um einen Vortrag zum spannenden Thema Überschuldung und Geldschwemme zu hören. Damals ein unerhörter Satz: “Der Euro wird 2012 nicht überleben!” so Hannes Zipfel von der VSP AG. Ein Gedanke, den der Normalanleger kaum zu denken wagte. Heute kriselt es und das Projekt Europa wankt verdächtig.
Die Bundesbank Hamburg ist seit über einem Jahr mit dem Forum Bundesbank offen für Bürger und Anleger. In Vorträgen ausgewiesener Experten werden Themen verständlich gemacht. Im Dezember 2011 sprach Dr. Jürgen Hamker, Bereich Öffentliche Verschuldung bei der Bundesbank, über die Schuldenbremse. In Deutschland 2011 eingeführt und festgeschrieben, kommt sie in Griechenland zu spät.
Noch im Frühjahr 2012 beschwor Robert Goebbels im Vortrag des Europa Kollegs die Anwesenden, Europa nicht schlechter zu reden, als es sei. Er musste es besser wissen. Als Abgeordneter des Europäischen Parlaments hat er mehr und besseren Einblick, als der Bürger. Europa sei auch gut für Deutschland sagte er. Inzwischen ist Deutschland als einer der größten Nettozahler auch gut für Europa. (Quelle Nettozahler)
Im Frühjahr 2012 sprach Dr. Karlheinz Bischofberger im Forum Bundesbank Hamburg zur Stabilität und Reformfähigkeit des internationalen Finanzsystems.  Große, zu große Finanzinstitute seien mitverantwortlich. Er beklagte den „… Fehlanreiz. Eine Art Bestandsgarantie. Die Rettung auf Staats- und Steuerzahler-Kosten inklusive. Das nennt man Moral Hazard: Risiko und Haftung fallen auseinander.“

Wie groß müssen die Summen noch werden? Wie viel Geld muss noch bereitgestellt werden? Und vor allem: Wie viel darf Bürge Bürger noch zahlen?

Wenn Sie sich noch ein bisschen einlesen wollen, bevor der Tag X kommt, gibt es hier ein Lexikon zu Eurobonds, Haircut und Co.

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