Als 1885 der Dovenhof von Martin Haller an der Brandstwiete entstand, begann in Hamburg die Geschichte der Kontorhäuser. Der Hafen brachte Handel und Reedereien, und die brauchten Büros zur Miete. Der Dovenhof ist (leider) längst abgerissen, er war zu seiner Zeit das modernste Kontorhaus. Er hatte einen dampfgetriebener Paternoster, elektrische Beleuchtung und Dampfheizung. Die Treppenhäuser der Kontorhäuser, die ihm folgten, sind bis heute da. Sie erzählen von der Stadt und ihren Moden, von der Gründerzeit bis in die Wiederaufbaujahre. Dies ist eine Reise durch fünf Jahrzehnte, immer treppauf und treppab.

Die Anfänge: 1885 bis 1900
Der Burstahhof (1887/88) gehört zu den ersten Kontorhäusern der Stadt, seine Fassade ist noch original. Sein Treppenhaus ist durch spätere Einbauten leider nicht mehr in voller Pracht zu sehen. Die Gebäude dienten nicht nur der Arbeit, sondern auch der Repräsentation. Von außen meist schlicht gestaltet, erwartet den Besucher innen eine umwerfende Pracht. Das Treppenhaus im Transporthaus von Martin Haller (1894) ist formschön gestaltet. Im Albrechtshof (1896) sind das Treppenhaus mit den alten Fliesen und der prächtige Eingang erhalten. Der Johannishof (1895/96) empfängt mit einem sehr repräsentativen Vestibül. Ein Höhepunkt ist der Laeiszhof von 1897 mit seinem großzügigen Treppenhaus und den breiten Galerien. Den Burstahhof findest du ebenfalls auf der Seite.

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Die Blütezeit: 1900 bis 1914
Jetzt wird es üppig. Eine Reihe von Architekten haben sich auf den Bau der Kontorhäuser spezialisiert. Sie erwarben, wie Franz Bach, Grundstücke in besten Lagen. Er baute 1907 das Semperhaus mit einem hellen, großzügigen Treppenhaus und 1910 den Barkhof, für die Zeit sehr modern mit Heizung, Paternoster und Lift. Nicht nur an der Mönckebergstraße entstanden die prächtigen Bauten. Die Kaisergalerie in der City (1907 bis 1909) führt über ein prächtiges Treppenhaus großzügig nach oben. Im Bieberhaus am Hauptbahnhof (1909) liegt das Treppenhaus neben einem durchgehenden Lichthof. Fritz Schumacher schuf 1911 bis 1913 das Schumacher Kontor mit seinem wunderschönen Treppenhaus.

Die Zwanziger: Klinker und Expressionismus
In den 1920er Jahren wird die Treppe zur Skulptur. Atemberaubende Spiralen winden sich nach oben. Im Brahms Kontor (1921/22) lassen Fensterstreifen Licht auf alle Etagen fallen, ein blau-silbernes Geländer windet sich aufwärts. Die Wendeltreppe im Meßberghof (1922 bis 1924) verbindet neun Geschosse und hat eine Vielzahl an Skulpturen. Fritz Schumachers Finanzbehörde am Gänsemarkt (1926) bietet einen imposanten Blick ins Treppenhaus. Der Reichenhof (1928) versteckt hinter einer nüchternen Fassade ein keilförmiges Treppenhaus, das mit dem Licht sein Aussehen wechselt. Der Gotenhof (1929/30) hat ein noch original erhaltenes, expressionistisches Treppenhaus. Dazu passt auch der Sprinkenhof (1927 bis 1943), der ein fantastisches rundes Treppenhaus hat.

Nach dem Krieg: 1945 bis 1960
Viele Häuser waren zerstört oder beschädigt, und Büros wurden dringend gebraucht. Einige Kontorhäuser wurden wieder hergerichtet. Andere entstanden neu. Das Kontorhaus am Rathausmarkt (1950/51) hat ein großzügiges Treppenhaus neben dem Fahrstuhl. Das Detjen-Haus (1953 bis 1956) ist ein modernes Kontorhaus mit schlichter Fassade und leichtem Schwung. Im Inneren erwartet den Besucher ein wunderschönes Treppenhaus. Der Boltenhof (1956) strahlt in Empfang und Treppenhaus solide Beständigkeit aus. Das Kurt-Schumacher-Haus (1956) ist zwar kein Kontorhaus, hat aber ein Treppenhaus mit einer Wand aus Glassteinen und einem halbrunden Treppenhausturm. Das Kontorhaus im Grimm wurde 1959/60 umgebaut und überrascht mit einem dynamischen Treppenhaus.

Die Kontorhäuser sind Arbeitsplätze, deshalb sind ihre Treppenhäuser meist nur auf Fotos zu erleben. Weitere Häuser findest du in der Übersicht der Hamburger Kontorhäuser und in der Serie Hamburgs schöne Treppenhäuser.

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Staircases of Hamburg’s Kontorhäuser from 1885 to 1960

The history of the Kontorhaus began in Hamburg in 1885, when Martin Haller built the Dovenhof on Brandstwiete. The port brought trade and shipping companies, and they needed offices to rent. The Dovenhof was (sadly) demolished long ago. In its day it was the most modern Kontorhaus, with a steam-driven paternoster, electric lighting and steam heating. The staircases of the Kontorhäuser that followed it are still here today. They tell of the city and its fashions, from the Gründerzeit to the years of reconstruction. This is a journey through five decades, always up and down the stairs.

The beginnings: 1885 to 1900
The Burstahhof (1887/88) is one of the first Kontorhäuser in the city, and its façade is still original. Its staircase, unfortunately, can no longer be seen in its full splendour because of later alterations. These buildings served not only for work but also for show. Mostly plain on the outside, they hold astonishing splendour inside. The staircase in the Transporthaus by Martin Haller (1894) is elegantly shaped. In the Albrechtshof (1896), the staircase with its old tiles and the magnificent entrance have been preserved. The Johannishof (1895/96) welcomes visitors with a very stately vestibule. One highlight is the Laeiszhof of 1897, with its generous staircase and broad galleries. You can find the Burstahhof on the site as well.

The heyday: 1900 to 1914
Now things get lavish. A number of architects specialised in building Kontorhäuser. Like Franz Bach, they bought plots in the best locations. In 1907 he built the Semperhaus with a bright, generous staircase, and in 1910 the Barkhof, very modern for its time with heating, paternoster and lift. The magnificent buildings were not only built along Mönckebergstraße. The Kaisergalerie in the city centre (1907 to 1909) leads upwards over a magnificent staircase. In the Bieberhaus by the main station (1909), the staircase lies next to a continuous light well. From 1911 to 1913, Fritz Schumacher created the Schumacher Kontor with its beautiful staircase.

The Twenties: clinker brick and Expressionism
In the 1920s, the staircase becomes a sculpture. Breathtaking spirals wind their way upwards. In the Brahms Kontor (1921/22), strips of windows let light fall onto every floor, and a blue-and-silver banister winds upwards. The spiral staircase in the Meßberghof (1922 to 1924) connects nine floors and has a multitude of sculptures. Fritz Schumacher’s Finanzbehörde at Gänsemarkt (1926) offers an imposing view into the stairwell. Behind a sober façade, the Reichenhof (1928) hides a wedge-shaped staircase that changes its look with the light. The Gotenhof (1929/30) has an Expressionist staircase that is still in its original state. The Sprinkenhof (1927 to 1943), with its fantastic round staircase, belongs here too.

After the war: 1945 to 1960
Many buildings had been destroyed or damaged, and offices were urgently needed. Some Kontorhäuser were restored, others were built anew. The Kontorhaus am Rathausmarkt (1950/51) has a generous staircase next to the lift. The Detjen-Haus (1953 to 1956) is a modern Kontorhaus with a plain façade and a gentle curve. Inside, visitors find a beautiful staircase. The Boltenhof (1956) radiates solid permanence in its reception area and staircase. The Kurt-Schumacher-Haus (1956) is not a Kontorhaus, but it has a staircase with a wall of glass bricks and a semicircular stair tower. The Kontorhaus im Grimm was converted in 1959/60 and surprises with a dynamic staircase.

The Kontorhäuser are places of work, so their staircases can mostly only be experienced in photographs. You will find more buildings in the overview of Hamburg’s Kontorhäuser and in the series Hamburg’s beautiful staircases.